Die Blutegeltherapie

Historie

Im 5 Jh. vor Christi Geburt, wurde die Blutegelbehandlung zu einem festen Bestandteil der damaligen Medizin in Rom und Griechenland. Erst im Mittelalter setzte sich diese Art der Krankheitsbehandlung auch in Europa durch. Die Anwendungsgebiete des Blutegels wurden schon von den damaligen Ärzten soweit erforscht, dass bis zur heutigen Zeit kaum etwas Neues hinzu gefügt werden könnte, außer dass man heute um einiges mehr über seine Heilkraft weiß.
Im 19. Jh. nahm die Blutegelbehandlung drastische Ausmaße an, in Frankreich war die Behandlung so populär geworden, dass sie einen immensen Bedarf an Blutegeln hatten, so dass diese in Europa fast ausgerottet wurden.
Um 1850 kam es schlagartig zum Niedergang der Blutegeltherapie durch die Schulmedizin, die gegen den damaligen Glauben und somit gegen das therapeutische Wissen und die heilerischen Erfahrungen vieler Jahrhunderte arbeitete.
Heute ist der Blutegel wieder eine anerkannte medizinische Behandlungsmethode!


Anatomie

Der Blutegel ist als sogenannter Ringelwurm mit dem uns bekannten Regenwurm verwandt. Er hat eine ovale Körperform die sich an beiden Körperenden wieder verkleinert. An diesen Enden besitzt der Blutegel einen Saugnapf, mit dem hinteren saugt er sich am Wirt fest, an dem vorderen befindet sich die Mundöffnung. Diese besteht aus drei sägeblattartigen Kiefern, die jeweils mit bis zu 80 Kalkzähnchen besetzt sind. Zwischen den Zähnen liegen die Ausgänge der Speicheldrüsen. Die Inhaltsstoffe des Speichels betäuben den Wundschmerz und hemmen die Blutgerinnung.

 

Saugkraft des Blutegels

Ein noch nicht gefütterter Blutegel wiegt in der Regel etwa 2-5 g und saugt je nach Größe zwischen 15 und 50 ml Blut. Diese Menge entspricht etwa dem sechs- bis zehnfachen des eigenen Körpergewichts, dies führt zu einer starken Größenzunahme des Blutegels. Wenn dieser gesättigt ist (Dauer 30min. bis 2 Stunden) fällt er einfach ab. Nun ist eine typische dreisternige Wunde sichtbar, die noch ca. 4 - 12 Stunden nachbluten kann und soll. Der eigentliche Blutverlust beträgt in etwa noch einmal die Trinkmenge des Blutegels.


Die Therapie

Allgemeine Wirkungsweise der Blutegeltherapie
schonender Aderlass mit Verminderung des Hämatokrits
Antithrombotisch
Immunisierend
Antiphlogistisch (Entzündungshemmend)
Spasmolytisch im Gefäßbereich (krampflösend)
Lymphstrombeschleunigung


Anwendungsmöglichkeiten der Blutegeltherapie beim Pferd
Huflederhautentzündung / Hufrehe (akut oder chronisch)
akute Arthritis
Hufrollenentzündung / Podotrochlose
chronische Arthrose
Schale
Spat
Tendinitis / Tendovaginitis
Epicondylitis / Stollbeule
Gallen
Hämatom (z.B. durch Trittverletzungen)
Patellaluxation
Ödeme
Phlegmone (Einschuss), Abszesse, Mastitis


Anwendungsmöglichkeiten der Blutegeltherapie beim Hund
akute Arthritis, chronische Arthrose
Gelenkfehlbildungen ( HD, ED)
Erkrankungen des Bänder- und Sehnenapparates
Wirbelsäulenerkrankungen (Spondylosen, Cauda Equina u.a.)
Neuritiden (Nervenreizungen, -Entzündungen z.B. Ischialgie)
Lumbago
Myogelosen (Muskelverhärtung)
Ekzeme (auch Leckekzem, Ohrekzem, Zwischenzehenekzem)
Mastitis (Gesäugeentzündung)
Wundheilungsstörungen
Narbenpoblematik
Hämatome (Blutergüsse)
Zahn- und Kiefererkrankungen
Und noch vieles mehr!